Tabula rasa

Die Situation, in der ich die Dame vorfinde, hat etwas Verwirrendes; ja Groteskes und leicht Morbides an sich.

Sie liegt völlig ruhig im unteren Drittel des Bildes auf der schwarzen Erde, die sie beinahe zu umschlingen scheint. Etwas hinter ihr ist rechts eine Türschwelle zu einer Holzhütte zu erkennen. Die einzige Lichtquelle auf diesem Bild ist eine alte Öllampe, die auf ebendieser Schwelle steht. Relativ mittig im Bild, an die Wand der Holzhütte gelehnt, steht ein Spaten. Der Kopf des Spatens steht auf der Erde. Gleichzeitig wirkt der Spaten wie ein Pfeil, der auf die am Boden liegende zeigt; genauer gesagt auf das, was sich zwischen ihren leicht gespreizten Oberschenkeln befindet. Ihre Unterschenkel ruhen unter den Oberschenkeln, als hätte sie sich aus kniender Position nach hinten gelehnt. Ihre Knie zeigen nach rechts, der Kopf nach links. Alles, was ihre nackte Haut bedeckt, sind ihre schulterlangen dunklen Haare und ein kleines Dreieck ebenfalls dunkler Schamhaare. Ansonsten ist sie nackt. Die Arme sind seitlich am Körper ausgestreckt, die Hände ruhen auf der Innenseite ihrer Oberschenkel. Ihre prallen Brüste ragen mit kleinen harten Warzen empor. Ihre Augen sind geschlossen, der Mund leicht geöffnet. Sie, wie auch die gesamte Szenerie wirken ruhig – fast beklemmend ruhig…

Tabula rasa
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