Polynomdivision

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Sie steht leicht nach vorne gelehnt vor der schwarzen Tafel und deutet mit ihrem rechten Arm auf die Kurven und Diagramme, die darauf abgebildet sind. Links neben ihr auf dem Lehrertisch liegen zwei Kreidestücke. Sie wirft einen prüfenden Blick über ihre rechte Schulter nach hinten auf mich.

Ich folge ihr gebannt, jeder ihrer Bewegungen… Allerdings habe ich nicht einen Funken Aufmerksamkeit für ihre Ausführungen übrig… Ich sehe nur sie in ihren hochhackigen schwarzen Pumps. Ihre blonden schulterlangen Haare. Ihr prüfender Blick wird in meinen Augen auffordernd… Die geometrischen Formen von der Tafel wandern mit einem Mal auf ihren Körper. Dieser wird nun Gegenstand meiner persönlichen Kurvendiskussion. Es sind schöne und wohlproportionierte Kurven. Eine schöne symmetrische Silhouette, die sich gut in Dreiecke und andere geometrische Formen zerlegen lässt. Selbst die mathematischen Symbole sind auf ihren Körper gewandert und verzieren ihn: Das a auf dem linken Oberschenkel in der Nähe der Kniekehle und das b auf dem rechten. Das y steht ebenfalls auf dem rechten Oberschenkel, allerdings etwas weiter oben und Richtung Oberschenkelinnenseite. Das Delta markiert die nahezu dreieckige Fläche, die die rechte Hüfte bildet. Allerdings ist bei diesem Dreieck die Hypotenuse leicht gerundet. Wie eben eine wohlgeformte Damenhüfte aussieht. Die Spitze des Dreiecks stößt an die Spitze eines weiteren Dreiecks, das die rechte Pobacke darstellt. Beide Dreiecke wirken fast gespiegelt, denn auch bei der Pobacke ist die Hypotenuse weiblich geschwungen und mit einem x markiert.

Jede auch noch so leichte Bewegung von ihr verschiebt die Variablen a, b, x, y und Delta gegeneinander und lässt immer neue Funktionen entstehen. Ich versuche in diese einzutauchen, sie zu ergründen, umzustellen und nach x aufzulösen; ihre Flächen zu berechnen…

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