Latexitus

Ich befinde mich auf einem Flur. Der Boden ist schwarz. An der hellen Wand vor mir befindet sich eine weiße Tür, die oben mit der Aufschrift „DARKROOM“ versehen ist. Links neben der Tür hängt ein Verbandskasten an der Wand. Ein Hinweisschild, das ebenfalls an der Tür hängt, trägt die Aufschrift: „GESPERRT! LICHT DEFEKT“. Aber ich komme überhaupt nicht dazu, darüber nachzudenken, wozu man wohl Licht in einem Darkroom benötigt; die Szene, die sich direkt vor mir auf dem Flur abspielt, fesselt meine ganze Aufmerksamkeit. Vor der Tür kniet ein völlig nackter Mann. Die Knie sind auseinandergespreizt und zu mir gerichtet, so dass ich vollen Einblick auf sein Geschlechtsteil habe, das zwischen seinen Beinen hängt. Er hat, auf seine Arme abgestützt, seinen Oberkörper so weit nach hinten gelehnt, dass ich seinen Kopf und sein Gesicht nicht mehr erkennen kann. Was allerdings nicht zu übersehen ist, ist der hochhackige Schuh, der auf seiner Brust ruht und zum linken Bein einer Dame gehört, die rechts neben ihm steht und augenscheinlich im Begriff ist, jeden Moment auf ihn zu steigen – den spitzen Absatz immer weiter in seine Brust bohrend. Mit ihrem ausgestreckten rechten Bein steht sie (noch) auf dem Boden. Ihr schwarzes Latexoutfit schließt den schlanken Körper nahezu vollständig ein und geht in ihre schwarzen High Heels über. Das hochglänzende, perfekt glatte, den Körper umschmeichelnde Material wirkt nahezu surreal. Ihre Brust wird dadurch in eine spitze Form gebracht. Lediglich die Hände sind frei. Ihr Gesicht wird von meiner seitlichen Perspektive aus durch ihren weit nach oben gereckten Ellenbogen verdeckt, während sie mit ihren Händen ihre lange Lockenmähne im Genick bändigt. Ihre ganze Haltung wirkt dominant und entschlossen.

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